Eltern können helfen
Die Allmachtsphantasien . Der versteckte Segen
„Ich will, ich kann...“ und die Nerven neigen sich dem Ende zu.
Nur nach und nach werden sich unsere Kinder – jedes in seinem eigenen Tempo – von der Illusion lösen, das Wichtigste, Stärkste und Mächtigste auf der Welt zu sein. Sie werden lernen, mit Krisen zu leben. Schritt für Schritt. Auf dem Weg dorthin aber glauben sie, alles haben und alles tun zu können.
Diese Allmachtsphantasien sind es, die die Gemüter so blitzartig erhitzen können, die den Frustpegel und manchmal auch die Hände heben lassen. Auf beiden Seiten.
Und diese Allmachtsphantasien sind es, die unsere Kinder beflügeln, sich den missglückten Versuchen immer wieder auf`s Neue zu stellen. Einmal, zweimal ... fünfzehnmal werden sie versuchen, den rechten Schuh an den linken Fuß zu probieren, um irgendwann - ganz allein - festzustellen, dass der rechte Schuh nur an den rechten Fuß gehört.
Die Grenzen . Sie gelten für alle
Zu sagen „ich möchte nicht ...“ anstatt „du darfst nicht ...“ ,
und als Eltern mit ganzem Herzen hinter dieser gesetzten Grenze zu stehen,
heißt persönliche Grenzen zeigen, anstatt Verbote auszusprechen,
heißt zwischenmenschlichen Kontakt bewahren, anstatt Abstand zu schaffen,
heißt vielleicht Trauer oder Frustration auslösen, ohne jedoch die Würde des Kindes zu verletzen.
„Wenn die Kinder über unsere Grenzen treten, lernen wir uns selbst kennen. Wenn wir die Grenzen unserer Kinder brechen, erzählt uns der Schmerz in den Augen der Kinder, dass wir die Kinder immer noch nicht kennen.“ Jesper Juul
Bitte leise – nicht stören
Kindertherapien und Kinderstunden bieten Eltern die Gelegenheit, Fragen zu stellen und die Verantwortung für die Entwicklung ihres Kindes mit anderen zu teilen. Es ist wichtig, auch der Beratung zu den Dingen des Alltags ausreichend Raum zu geben.
Oft genug – zu oft – wird seitens der Eltern und innerhalb gängiger Therapien und Trainingsstunden das Kind zu „Normleistungen“ gedrängt und dabei seiner ganz individuellen Entwicklung zu wenig Spielraum gelassen.
Somit versagen wir unseren Kindern die für ihr Selbstvertrauen so wichtige Entdeckungsreise zum eigenen Können und stören die selbstständige Entwicklung.